Informationen über den Datenschutz gem. DSGVO

Über die Zuordnung persönlicher Rufzeichen zu DNS-Daten

Allgemeines

Die Datenschutzgrundverordnung der EU (2016/679) fordert die Aufklärung über die Rechte der Betroffenen über die Verarbeitung ihrer personenbezogener Daten. Personenbezogene Daten dürfen nur erhoben werden zur Erfüllung eines Zwecks (DSGVO Art. 5 Abs. 1 Buchstabe b), welcher verhältnismäßig sein muß. Dies erfordert die Einwilligung des Betroffenen (Art. 6 Abs. 1 Buchstabe a). Dabei gelten die Grundsätze der Datenminimierung und der Verwendung datenschutzfreundlicher Voreinstellungen (DSVGO Art. 5 Abs. 1 Buchstabe c). Die Betroffenen haben das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung und Einschränkung der Verarbeitung (DSVGO Art. 15, 16., 18, 18) der erhobenen Daten. Sie haben ein Widerspruchsrecht gegen die Verarbeitung (DSGVO Art. 21) sowie das Recht auf Datenübertragbarkeit (DSGVO Art. 20). Ebenso besteht ein unentgeldliches Auskunftsrecht über die über sie gespeicherten Daten (DSGVO Art. 19). Ferner haben sie ein Beschwerderecht gegenüber einer Aufsichtsbehörde (DSGVO Art. 15).

Amateurfunk und DSGVO

Der Amateurfunkdienst ist ein weltweiter Experimental-Funkdienst. Unsere Anforderungen wurden bei der Ausarbeitung der DSGVO nicht speziell berücksichtigt. Beispielsweise sind wir gem. AFuV §11 verpflichtet, unser Rufzeichen zum Zwecke der Identifikation zu nennen. Gem. AFuG §2 Abs. 2 ist der Amateurfunkdienst ein „Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander, zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien, zur eigenen Weiterbildung, zur Völkerverständigung und zur Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen wahrgenommen wird“. Ferner ist der Amateurfunkdienst öffentlich, und darf auch von Nicht-Funkamateuren empfangen werden (siehe: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/SpezielleAnwendungen/Amateurfunk/amateurfunk_node.html 2. Absatz, 1. Satz: „Der Empfang von Amateurfunksendungen und der Besitz von Amateurfunkgeräten ist in Deutschland jedermann gestattet.“)

DNS-System im Amateurfunk

Der DNS (Domain Name System) für den Amateurfunk (Auflösung für die domain ampr.org und Rückwärtsauflösung für 44.in-addr.arpa) wird in einem Drittland, den USA, betrieben. Somit werden die ohnehin öffentlichen Einträge ins EU-Ausland übermittelt, dort gespeichert und verarbeitet. (Siehe dazu DSGVO Art. 44).

Um an IP-basierten Netzen des Amateurfunks (Packet-Radio, HAMNET) teilzunehmen, benötigt man keinen individuellen, personenbezogenen Eintrag in den DNS (datenschutzfreundliche Voreinstellung). Die von einem Regional-Koordinator oder auch eine automatisch zugewiesene IP-Adresse läßt sich jederzeit ändern. Hierdurch, sowie durch die Maßnahme eines Rufzeichenwechsels, geht der Personenbezug umgehend verloren.

DNS-System im deutschen Amateurfunk

Die IP-Koordination DL ( siehe https://www.de.ampr.org/impressum/privacypolicy ), namentlich Egbert Zimmermann dd9qp@de.ampr.org, Thomas Osterried dl9sau@de.ampr.org und Jann Traschewski dg8ngn@de.ampr.org betreibt die DNS-Server für DL mit Standorten innerhalb Deutschlands.

Wir weisen nochmals ausdrücklich darauf hin, dass ein personenbezogener Eintrag in den DNS nicht notwendig ist! Einen Eintrag nur mit Vorwärts-, aber ohne Rückwärtsauflösung, zu versehen (oder nur mit Rück- aber nicht mit Vorwärtsauflösung), ist aus technischen Gründen nicht möglich.

Die Einträge in die DNS-Server erfolgen derzeit (Stand 30.12.2019) entweder

  • manuell durch die IP-Koordination
  • manuell durch die Regional-Koordinatoren
  • automatisiert durch Eintrag in die hamnetdb (https://hamnetdb.net), wenn in der Region eine Synchronisation mit dem DNS automatisiert ist.

Die Daten werden mit dem Master-Server für die DNS Zone ampr.org synchronisiert, welche in den USA gehosted ist und auf diverse Server weltweit verteilt wird. Für den Reverse-Lookup der Subnetze (d.h. welcher hostname (= Rufzeichen) einer IP-Adresse zugeordnet) gibt es derzeit eine Delegation zu unseren DNS-Servern in Deutschland, d.h. die Antwort kommt von dort. In der Natur des DNS liegt jedoch, dass Anfragen zur Auflösung für Domains ampr.org und Rückwärts-Anfragen für 44.in-addr.arpa an die Root-Nameserver delegiert werden. Die Tatsache der Anfrage ist somit weltweit sichtbar; die Antwort hingegen nicht.

Personenbezogene Rufzeichen im DNS-System

Wir nehmen aus eigener Initiative keine personenbezogenen Zuweisungen im DNS vor. Solche Einträge im DNS erfolgen nur auf ausdrücklichen Wunsch des Betroffenen und nur nach Kenntnisnahme dieses Dokuments. Wir erheben keine weiteren Daten als die um deren Eintrag wir beauftragt wurden.

Wer Zugriff auf eine andere (z.B. eigene) de-Domain hat, kann unter dieser Domain einen IN-A-Record für seine IP-Adresse hinterlegen und hat damit die Daten unter seiner vollen Kontrolle. Allerdings liegt es in der Natur unseres Amateurfunk-Daten-Netzes, daß es auch ohne Internet funktioniert. Deshalb mögen andere Domains als ampr.org und 44.in-addr.arpa in vom Internet unabhängigen Netzen wie dem HAMNET nicht aufgelöst werden.

Zu den Vorzügen eines Eintrages in den DNS könnten zählen:

  • die Vereinfachung der direkten Kommunikation (<rufzeichen>.ampr.org ist leichter zu merken als 44.x.y.z).
  • dank Rückwärtsauflösung kann die Quelle der Aussendung identifiziert werden (s. Vorgabe AFuV §11). Ohne diese muß der Nutzer andere Verfahren verwenden um den Anforderungen gem. AFuV §11 zu genügen.
  • Im DNS können auch andere Daten (MX, CNAME, etc..) hinterlegt werden, z.B. damit man selbst einen Mailserver betreiben kann, der unter @rufzeichen.de.ampr.org adressierbar ist. Auch diese Information muss öffentlich sein, damit sie funktionieren kann.

Wir weisen nochmals ausdrücklich darauf hin dass ein personenbezogener Eintrag in den DNS nicht notwendig ist, um im Amateurfunk an den dort angebotenen IP-basierten Diensten teilnehmen zu können.

Zusammenfassung:

Betroffene können eine mit ihrem Wunsch zum Eintrag in den DNS erteilte Einwilligung jederzeit widerrufen. Sie haben das Recht auf Änderung, Berichtigung, Einschränken der Verarbeitung und Löschung. Sie können Auskunft erhalten über die gespeicherten Daten und sie können bei einer Aufsichtsbehörde Beschwerde einlegen.

Die DNS-Daten sind öffentlich und erfüllen so auch die Anforderungen der ITU, der EU und Deutschlands betreffs dem Amateurfunkdienst.

Die Daten werden auch ins EU-Ausland übermittelt, dort gespeichert und verabreitet. Diese Tatsache muss den Betroffenen bewußt und von Ihnen verstanden sein, bevor sie uns (die IP-Koordination DL, Ihren Regionalkoordinator oder die Software hamnetdb) beauftragen, den Eintrag in den DNS vorzunehmen.

Dieses Dokument kann vor dem Eintragen der Daten durch den zuständigen Regionalkoordinator oder unter https://www.de.ampr.org/ip-koordination/datenschutz bezogen werden.

Hinweise:

  1. Es besteht gegenüber der IP-Koordination DL kein Rechtsanspruch auf einen persönlichen Eintrag in das DNS-System.
  2. Bei der Nutzung der persönlichen Einträge sind die Vorschriften bezüglich unbeaufsichtigtem Betrieb entsprechend AFuG und DV-AFuG in ihren geltenden Fassungen einzuhalten.

Version 1.00-2019-12-31